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  Technologiezentrum Konstanz
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Bodenseeland

* 30.07.2007: badawi - artes afro arabica  

Technologie, das ist eben doch mehr als Maschinen, Computer, Programme. Auch kulturelle Errungenschaften sind Techniken - zum Zusammenleben, zum Austausch, zum Fortschritt. So ähnlich werden die Vorstandsmitglieder des Technologiezentrums Konstanz in der Blarerstraße gedacht haben, als sie Mohamed Badawi als neuen Mieter akzeptiert haben. Während in den anderen Büros, Labors und Werkstätten an Brennstoffzellen und Lasern gearbeitet wird, kümmert sich Badawi um Energiequellen wie Bildung und Toleranz. Der 1965 im Sudan geborene, promovierte Geisteswissenschaftler betreibt eine Firma, die er selbst "Verlag - Label - Kulturdienste" nennt und doch weiß, dass auch das noch unzureichend ist.

Ein Religionsbuch für den noch in den Kinderschuhen steckenden islamischen Religionsunterricht hat Badawi gerade in Arbeit. Sein orientalisches Märchen "Amina" hat er als Buch in fünf Sprachen und als Hörbuch veröffentlicht, nun arbeitet er an einem Filmprojekt. Badawi bietet Trommel-Kurse an und besorgt das Management für zwei Bands, eine davon spannt den Bogen vom arabischen Raum bis in die Mongolei. Zusammen mit dem Jazz-Musiker Paul Amrod und anderen spielt in der Band Diwan - "der Name lehnt sich ganz bewusst an Goethes west-östlichen Diwan an", sagt der Linguist, der an der Uni Konstanz auch noch Arabisch unterrichtet und Literaturkurse gibt.

Brückenschläge nach Afrika und Arabien

Mit seiner Arbeit will er auch in seine sudanesische Heimat hineinwirken. Er ist nicht nur der Kopf eines Straßenkinder-Projekts, sondern treibt im Moment auch die Gründung einer europäischen Universität in seiner Heimat an. Einer der Schwerpunkte soll der Bereich Landwirtschaft sein. Im Süden, wo anders als in der Krisenregion Darfur inzwischen Frieden herrscht, gebe es genügend Wasser, fruchtbare Böden und die besten Voraussetzungen für den Anbau tropischer Früchte. Einer der Partner ist die Biokost-Firma Rapunzel, die den boomenden Markt auch mit Produkten aus Afrika bedienen wolle. Zugute kommen Badawi dabei die Kontakte, die er in seiner Heimat noch immer hat - sein Vater war einst Erziehungsminister. Der Frau des derzeitigen Wirtschaftsministers lief er vor einiger Zeit im Konstanzer Stadtteil Paradies über den Weg. "Die Welt ist klein", sagt Badawi; er muss es wissen.

Wirtschaftskontakte in den afrikanisch-arabischen Raum will der mit einer Konstanzerin verheiratete Mohamed Badawi ebenfalls unterstützen. Die Chinesen seien derzeit sehr aktiv, berichtet er. Doch auch Firmen vom Bodensee könnten einen wachsenden Markt und die Nähe zu den Boomregionen Dubai oder Arabische Emirate nutzen, sagt er.

Am 21. Juli fliegt er das nächste Mal in die sudanesische Heimatstadt Khartum. Vor allem den Bildungstransfer will Badawi, der nebenher noch am Erwerb eines Professorentitels arbeitet, dieses Mal voranbringen. Für die geplante Universität sucht er Sponsoren für Professuren oder Hörsäle und will dabei auch mit seinen Nachbarn im Technologiezentrum zusammenarbeiten: Die Agentur „die regionauten“ hat sich auf die Anbahnung von solch ungewöhnlichen Geschäftsbeziehungen spezialisiert.

Quelle: Jörg-Peter Rau / SÜDKURIER vom 30.07.2007

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Dr. Mohamed Badawi

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