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Ecocamping setzt sich für umweltschonendes Camping ein.
Sparbrause, Radtransporter und Hygiene ohne Chemiekeule: Der Konstanzer Verein Ecocamping hilft Campingplätzen, sich zu ökologisch vorbildlichen Betrieben zu entwickeln. Jetzt ist Ecocamping dabei, sich weit über die Region hinaus als Spezialist für Umweltschulung in der Camping-Branche zu empfehlen.
153 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Ecocamping inzwischen mit seinem Label als besonders umweltfreundlich ausgezeichnet, 36 stehen derzeit auf der Kandidatenliste. Und auch international hat der Verein einen guten Ruf erworben: Nach Angaben von Geschäftsführer Marco Walter ist Ecocamping derzeit die einzige Prüfstelle in Deutschland für das europäische Umweltzeichen für Campingplätze. Nicht nur das europäische Siegel trägt dazu bei, dass der Konstanzer Verein seine Aktivitäten deutlich über Deutschland hinaus erweitert. Aus Interregmitteln fördert die Europäische Union die grenzüberschreitende Werbung für das Ecocamping-Umweltzertifikat. Ein großer Erfolg für den Verein, der seit fünf Jahren auf eigenen Füßen steht und sechs hauptberufliche Mitarbeiter beschäftigt. Hervorgegangen ist Ecocamping 1999 aus einer Initiative der Bodensee-Stiftung. Inzwischen gehören die wichtigsten Verbände der Campingwirtschaft zu den Mitgliedern des Vereins.
Campingplätze, die die Ecocamping-Umweltauszeichnung anstreben, bekommen Berater zur Seite gestellt. Diese betrachten den gesamten Betrieb, um Verbesserungen anzuregen. "Dabei geht es um Umweltschutz, aber auch um Barrierefreiheit und Sicherheit", stellt Marco Walter fest. "Wir sind ein Full-Service-Verein für die Campingwirtschaft." So gehört es auch zur Aufgabe des Ecocamping-Teams, die Lagerung der Gasflaschen auf Sicherheit zu überprüfen und Hygiene zu gewährleisten, ohne die Umwelt zu belasten. Die Ecocamper kennen viele Hilfsmittel, die es Platzbetreibern erleichtern, Umwelt und Geldbeutel zu schonen. So etwa bei der Ausstattung der Duschen. Üblicherweise laufen 14 bis 18 Liter Wasser pro Minute durch die Brause. Ein spezieller Duschkopf hilft, den Wasserausstoß auf bis zu sechs Liter pro Minute zu drücken, ohne dass der Duschende dies als unangenehm empfinden würde. Denn im besonderen Duschkopf werden Wassertropfen wie Ballons aufgeblasen. Treffen sie auf die Haut, zerspringen sie und erzeugen einen größeren Nasseffekt als Wasser aus herkömmlichen Brausen. Auch die Stromschaltung unterziehen die Ecoberater einer kritischen Prüfung. Ein Waschhaus zum Beispiel, das per Bewegungsmelder nachts komplett erleuchtet wird, nur weil ein Gast auf die Toilette muss, verschleudert Energie. Die Ecocamper geben einige Tipps, wie sich das vermeiden lässt.
Dank Interreg-Mittel der Europäischen Union kann Ecocamping nun im großen Stil für sich werben. Der Verein ist auf Fachmessen vertreten, kooperiert mit Tourismus- und Campingverbänden und knüpft Kontakte zur Europäischen Dachorganisation der Verbände der Campingunternehmer. Im Herbst kommt sie auf Empfehlung von Ecocamping an den Bodensee. In Friedrichshafen hält sie ihre Mitgliederversammlung ab.
Quelle: Claudia Rindt / SÜDKURIER vom 08.08.2007
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